Kolywan-See / Rudniy Atai

Der vier Kilometer lange Kolywan See ist das Kronjuwel des Kolywan-Gebirges. Dies ist einer der größten Seen im südwestlichen Teil der Altai Region. Er liegt an der Grenze der westsibirischen Tiefebene und des Altai-Gebirges. Schon von den felsigen Ufern des Sees beginnen die Ausläufer der Kolywan-Bergkette, die zu den nördlichen Bergkämmen des Rudny-Altai gehört.
Der Kolywan See ist immer einen langen Aufenthalt wert. Am Ufer des schönen, ruhigen und klaren Sees liegen seltsam wirkende Gebilde aus Granitfelsen. Viele von ihnen sehen wie alte Minarette, mittelalterliche Burgen oder wie Skulpturen von Tieren aus. Mit besonders guter Phantasie kann man in den Steinmonolithen auch menschliche Gesichter erkennen.
Nach einer aktuellen wissenschaftlichen Hypothese war in alten geologischen Zeiten auf dem Gelände der westsibirischen Tiefebene ein großes Mansijsker Meer, das im Norden von einer Eiskappe verschlossen war, das mit Gewässer von Flüssen Ob und Irtysch gefüllt wurde. Das Altai-Gebirge war sein südliches Küstenland. Zigtausende von Jahren schlugen Meereswellen an die Steilküste und bearbeiteten die harten Granitfelsen. Wellen, Wind und die Zeit als Bildhauer ließen wahre Naturwerke entstehen, die nun am Ufer des Kolywan-Sees emporragen und zu bestaunen sind.
Im Kolywan See, der für seine bizarren Felsformationen berühmt ist, findet man eine ungewöhnliche Pflanze - Wassernuβ Tschilim. Diese in der Roten Liste eingetragene Wasserpflanze ist ein Relikt aus der Vor-Eiszeit und ist nur in sehr wenigen Altai Seen erhalten geblieben. Man sollte diese uralte, aus der Vorzeit stammenden Pflanze mit Ehrfurcht nur betrachten und bewundern und nicht berühren oder gar mit den Wurzeln aus dem Seeboden entfernen! Die an das Ufer angeschwemmten Nüsse mit ihrer bizarren Form, die wie kleine Teufelswichte aussehen, darf man aufnehmen, um sie näher betrachten zu können.



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